Ratgeber für laborgezüchtete Diamanten
Worauf sollte man beim Kauf eines Diamanten im Marquiseschliff achten?
Ein Leitfaden zu Proportionen, Symmetrie, Bow-Tie-Effekt, Spitzenschutz, Farbe, Reinheit und Fassungen bei Diamanten im Marquiseschliff.
Ein Diamant im Marquiseschliff ist eine auffällige Wahl für einen Solitärring und lässt den Finger länger wirken. Wegen seiner spitzen Enden, seiner markanten Kontur und des möglichen dunklen Bandes in der Mitte ist die Prüfung des tatsächlichen Erscheinungsbilds jedoch wichtiger als bei vielen anderen Schliffen.
Was ist der Marquiseschliff?
Die Marquise ist eine längliche Diamantform mit zwei spitzen Enden und einer breiteren Mitte. Im Englischen wird sie als „marquise“ bezeichnet. Ihre brillantenartige Facettenanordnung kann für intensive Brillanz sorgen.
1. Verhältnis von Länge zu Breite
Das Verhältnis ergibt sich aus der Länge des Steins geteilt durch seine Breite. Ein niedrigeres Verhältnis wirkt voller, ein höheres schlanker und länger. Es gibt keinen einzelnen Idealwert. Selbst zwei Steine mit gleichem Karatgewicht können aufgrund ihrer Proportionen am Finger sehr unterschiedlich aussehen.
- Vollere Marquise: breite Oberfläche und ausgeprägte Mitte.
- Ausgewogene Länge: klassische Marquise-Silhouette.
- Sehr lange Marquise: starke optische Verlängerung des Fingers, empfindlichere Spitzen.
2. Den Bow-Tie-Effekt prüfen
In der Mitte eines Marquise-Diamanten kann ein dunkles, fliegenförmiges Band sichtbar sein. Ein leichter Bow-Tie-Effekt kann zum Charakter des Steins gehören; eine breite, anhaltende und unbewegliche dunkle Zone kann dagegen seine Brillanz mindern. Sehen Sie sich statt eines Fotos Videos bei unterschiedlichen Lichtverhältnissen an.
3. Symmetrie gehört zu den wichtigsten Kriterien
Beide Spitzen sollten auf derselben Achse liegen, die rechte und linke Seite sollten sich spiegeln, und die Mitte sollte nicht zu einer Seite hin ausbauchen. Schon eine kleine Abweichung kann den Stein im Ring schief erscheinen lassen.
4. Die Spitzen unbedingt schützen
Spitze Enden sind stärker durch Stöße gefährdet. Bevorzugen Sie V-förmige Krappen oder sichere Fassungen, die die Spitzen umschließen. Achten Sie darauf, dass die Krappe nicht ausschließlich auf die Spitze drückt und beide Enden gleich gut geschützt sind.
5. Karatgewicht und Millimetermaße
Durch ihre längliche Form kann eine Marquise bei gleichem Karatgewicht eine größere sichtbare Fläche bieten als manche anderen Steine. Bei zu tiefen Steinen kann jedoch ein größerer Teil des Gewichts im unteren Bereich liegen. Vergleichen Sie Länge, Breite und Tiefe gemeinsam.
6. Farbe und Farbton an den Spitzen
Bei länglichen Schliffen kann die Farbe an den Spitzen stärker hervortreten. Wer in einer Weißgoldfassung ein möglichst farbloses Erscheinungsbild wünscht, sollte das Video des tatsächlichen Steins genau prüfen. Gelbgold kann einen leicht warmen Farbton harmonischer wirken lassen.
7. Reinheit
Brillante Facetten können manche inneren Merkmale weniger sichtbar machen. Merkmale, die bis zu den Spitzen reichen oder nahe der Oberfläche liegen, sollten jedoch auch hinsichtlich der Haltbarkeit beurteilt werden. Prüfen Sie neben dem Reinheitsgrad auch die Darstellung ihrer Lage.
8. Horizontal oder vertikal fassen?
Die klassische vertikale Ausrichtung lässt den Finger länger wirken. Die horizontale, auch als Ost-West-Fassung bekannte Ausrichtung wirkt moderner und breiter. Planen Sie die Ausrichtung der Fassung zusammen mit Ringgröße und Seitensteinen.
Checkliste für den Marquiseschliff
- Ist das gewünschte Verhältnis von Länge zu Breite festgelegt?
- Liegen beide Spitzen auf derselben Achse?
- Sind rechte und linke Seite symmetrisch?
- Ist der Bow-Tie-Effekt im Video akzeptabel?
- Passen die Millimetermaße zum Karatgewicht?
- Sind die Spitzen durch V-Krappen oder eine sichere Einfassung geschützt?
- Konzentriert sich die Farbe an den Spitzen?
- Reichen innere Merkmale bis zu den Spitzen?
Informationen zu Fassungen finden Sie im Ratgeber für Solitärringfassungen, weitere Formen im Vergleich der Diamantschliffe.
Häufig gestellte Fragen
Wirkt ein Marquise-Diamant am Finger groß?
Aufgrund seiner länglichen sichtbaren Fläche kann er größer wirken als manche kompakteren Schliffe mit gleichem Karatgewicht. Ein genauer Vergleich erfolgt anhand der Millimetermaße.
Eignet sich der Marquiseschliff für den Alltag?
Mit einer Fassung, die die Spitzen gut schützt, und regelmäßiger Kontrolle der Krappen ist er im Alltag tragbar. Bei Tätigkeiten mit starken Stößen sollte der Ring abgenommen werden.
Welches Verhältnis ist beim Marquiseschliff ideal?
Es gibt keinen einzelnen Idealwert. Eine vollere oder länglichere Form ist Geschmackssache; entscheidend sind Symmetrie und Lichtverhalten.
Aktuelle Designs finden Sie auf der Seite Ringe mit laborgezüchteten Diamanten.
